Welche Materialien kann man lasern? Der komplette Überblick.
Holz, Acryl, Leder, Metall, Glas, Stein, Textil — fast alles lässt sich lasern, aber nicht mit jedem Laser. Welcher Lasertyp welches Material schneidet oder graviert, welche xTool Maschine dafür die richtige ist und welche Materialien niemals in den Laser dürfen.

Nicht der Laser entscheidet — die Wellenlänge.
Ob sich ein Material lasern lässt, hängt davon ab, wie gut es die Wellenlänge des Lasers absorbiert. Ein Diodenlaser (blaues Licht, ca. 455 nm) und ein CO₂-Laser (fernes Infrarot, 10.600 nm) werden von organischen Materialien wie Holz, Leder und Papier sehr gut aufgenommen — von blankem Metall aber größtenteils reflektiert. Ein Faserlaser (1064 nm) verhält sich umgekehrt: Metall absorbiert seine Wellenlänge deutlich besser, organische Materialien dagegen schlechter. Und ein UV-Laser (355 nm) arbeitet „kalt": Er bricht Materialverbindungen auf, statt sie durch Hitze zu verdampfen — ideal für Glas, Keramik und hitzeempfindliche Oberflächen.
Deshalb gibt es nicht „den einen" Laser für alles. Die physikalischen Hintergründe erklären wir Schritt für Schritt im Ratgeber Was ist ein Laser — hier geht es um die Praxis: Welches Material, welcher Laser, welche Maschine.
Material × Lasertyp: die große Übersicht.
✓ gut geeignet ( ✓ ) bedingt geeignet — nicht geeignet
| Material | Diode 455 nm |
CO₂ 10.600 nm |
Faser / IR 1064 nm |
UV 355 nm |
Unsere Empfehlung |
|---|---|---|---|---|---|
| Holz & Sperrholzauch MDF, Kork | ✓ | ✓ | — | ( ✓ ) | Einstieg: S1 · dicke Platten & Tempo: P3 |
| Acryl, klarPMMA / Plexiglas® | — | ✓ | — | ( ✓ ) | Nur CO₂: P3 (bis 25 mm) oder P2S |
| Acryl, farbig/opak | ✓ | ✓ | — | ( ✓ ) | P3, P2S oder S1 (dunkle Farben) |
| Lederpflanzlich gegerbt | ✓ | ✓ | — | ( ✓ ) | S1 für Gravur · P2S für saubere Schnitte |
| Papier & Karton | ( ✓ ) | ✓ | — | ( ✓ ) | CO₂ schneidet am saubersten: P3, P2S |
| Textil & Filz | ✓ | ✓ | — | ( ✓ ) | Filz & Stoffprojekte: M2 (druckt sogar farbig dazu) |
| Metall, blankEdelstahl, Alu, Messing … | ( ✓ ) | ( ✓ ) | ✓ | ( ✓ ) | Ohne Spray: F1 Ultra, F2 Ultra · Schweißen: MetalFab |
| Metall, beschichteteloxiert, lackiert | ✓ | ( ✓ ) | ✓ | ✓ | Günstiger Einstieg: S1 · Serien: F2 |
| Glas & Kristall | ( ✓ ) | ✓ | — | ✓ | Feinste Details ohne Hitzespannung: F2 Ultra UV |
| Keramik & Porzellan | ( ✓ ) | ✓ | ( ✓ ) | ✓ | F2 Ultra UV für Fotos & feine Muster |
| Stein & Schiefer | ✓ | ✓ | ( ✓ ) | ✓ | Einstieg: S1 · feinere Fotogravur: F2 |
| Gummilaserfähig, für Stempel | ( ✓ ) | ✓ | — | — | Stempelherstellung: P2S oder P3 |
Jedes Material hat seine Eigenheiten.
Holz, Sperrholz & MDF
Der Klassiker — und das dankbarste Einsteigermaterial. Helle, gleichmäßige Hölzer wie Pappel- und Birkensperrholz, Linde oder Kirsche gravieren mit sattem Kontrast und schneiden mit sauberer Kante. Harzreiche Nadelhölzer neigen zu dunklen, ungleichmäßigen Rändern. MDF lässt sich sehr gut schneiden, enthält aber Klebstoffe — eine gute Absaugung ist Pflicht.
Acryl (PMMA / Plexiglas®)
Das Material für Schilder, Displays und Deko — aber mit einer wichtigen Regel: Klares Acryl braucht zwingend einen CO₂-Laser. Das blaue Licht eines Diodenlasers geht durch transparentes Acryl nahezu ungehindert hindurch. Dunkles und opakes Acryl funktioniert dagegen auch mit Diode. CO₂-Schnittkanten werden glasklar und glänzend — fast wie poliert.
Leder & Kork
Pflanzlich gegerbtes Leder graviert mit schönem, dunklem Kontrast und schneidet sauber — ideal für Schlüsselanhänger, Armbänder, Etiketten und personalisierte Geldbörsen. Kork verhält sich ähnlich unkompliziert. Vorsicht bei Kunstleder: Nur nachweislich PVC-freie Varianten (z. B. reines PU-Kunstleder) dürfen in den Laser — PVC-basiertes Kunstleder setzt Chlorgas frei und ist tabu.
Papier, Karton & Filz
Vom Passepartout über Lasercut-Karten bis zur Filz-Deko: Dünne Materialien brauchen wenig Leistung, aber viel Kontrolle — zu viel Energie hinterlässt braune Ränder oder Brandflecken. CO₂-Laser schneiden hier am saubersten, weil sie mit hohem Tempo und wenig Wärmeeintrag arbeiten können.
Metall — gravieren, schneiden, schweißen
Blankes, poliertes Metall reflektiert CO₂- und Diodenlicht zunächst stark — direkt lässt sich damit kaum gravieren. Mit Markierspray wie Cermark oder Thermark funktioniert es aber hervorragend: Das Spray nimmt die Energie statt des Metalls auf und brennt sich als dauerhafte, tiefschwarze Markierung ein — auch mit CO₂-Laser oder Diodenlaser auf Edelstahl. Echte Gravur und Farbeffekte direkt im blanken Metall — ganz ohne Spray, bei MOPA-Technik in über 100 Farbtönen — bleiben aber die Domäne von Faserlasern. Beschichtete Metalle (eloxiertes Alu, lackierte Oberflächen) markiert auch ein Diodenlaser problemlos direkt. Dünnbleche schneidet der Faserlaser, echtes Schweißen übernimmt der MetalFab.
Glas, Kristall & Keramik
Ein CO₂-Laser mattiert Glasoberflächen zu einer dauerhaften, weißen Gravur — bewährt für Gläser, Flaschen und Fliesen. Die Königsklasse ist der UV-Laser: Durch kalte Bearbeitung bei 355 nm entstehen feinste Details und sogar Fotogravuren ohne Mikrorisse und Hitzespannung. Mit einem Diodenlaser geht Glas nur behelfsweise (dunkle Farbschicht als Absorber).
Stein & Schiefer
Schiefer gehört zu den dankbarsten Gravurmaterialien überhaupt: Der Laser trägt die dunkle Oberfläche ab und hinterlässt einen hellen, kontrastreichen Abtrag — perfekt für Untersetzer, Türschilder und Fotogravuren. Auch Granit, Marmor und Kieselsteine lassen sich gravieren; polierte, dunkle Steine liefern den besten Kontrast.
Gummi, Silikon & Sonderfälle
Laserfähiges Stempelgummi ist ein Klassiker für die Stempelherstellung mit CO₂-Lasern — geruchintensiv, aber unproblematisch mit guter Absaugung. Silikon lässt sich meist gravieren. Bei zweischichtigen Gravurmaterialien (z. B. für Schilder) unbedingt auf die Kennzeichnung „laserfähig" achten: Sie garantiert, dass kein PVC enthalten ist.
Diese Materialien dürfen niemals in den Laser.
Manche Materialien setzen beim Lasern Gase frei, die die Gesundheit gefährden — und durch Korrosion Optik, Elektronik und Führungen der Maschine dauerhaft zerstören. Diese drei sind ein hartes Ausschlusskriterium, kein Ermessensspielraum:
PVC, Vinyl & PVC-Kunstleder
Setzen Chlorgas frei, das sich mit Luftfeuchtigkeit zu Salzsäure verbindet — greift Atemwege und Maschine an. Nur nachweislich PVC-freies Kunstleder (z. B. reines PU) ist unbedenklich.
Polycarbonat (Makrolon®)
Sieht aus wie Acryl, verhält sich aber völlig anders: verfärbt sich, fängt leicht Feuer und bildet giftige Dämpfe. Immer prüfen, ob wirklich PMMA vorliegt.
PTFE / Teflon®
Bildet beim Erhitzen hochgiftige Fluorverbindungen — absolut tabu, auch als Beschichtung.
Umstritten — eher meiden: ABS setzt beim Lasern Blausäure (Cyanwasserstoff) und Styrol frei, unabhängig von der Absaugung ein echtes Gesundheitsrisiko. Vereinzelt wird es mit industrieller Außenabführung graviert; für Heim- und Büro-Betrieb raten wir trotzdem ab.
Nur mit Absaugung: Faserverbundstoffe und Carbon erzeugen toxischen Feinstaub und können die Optik beschädigen — mit Aktivkohlefilter aber möglich. Unbekannte Kunststoffe und Beschichtungen gilt: im Zweifel testen, nicht raten — eine einzige PVC-Platte kann Optik und Absaugung dauerhaft beschädigen.
Diese Kurzfassung ersetzt keine Sicherheitsberatung. Alle Materialklassen im Detail, Schutzmaßnahmen, Absaugung und die gewerblichen Pflichten (OStrV/TROS) erklären wir ausführlich im Ratgeber Lasersicherheit.
Die richtigen Werte? Stehen in der xTool Materialdatenbank.
Welche Leistung, welche Geschwindigkeit, wie viele Durchgänge? Dafür musst du nicht experimentieren: xTool pflegt eine offizielle Materialdatenbank mit getesteten Einstellungen für fast jedes gängige Material — abgestimmt auf jedes Modell und jede Laserleistung. Die Werte sind direkt in die xTool Software integriert: Material auswählen, Voreinstellung laden, loslegen.
Die Datenbankwerte sind ein sehr guter Startpunkt — bei Naturmaterialien wie Holz oder Leder lohnt trotzdem ein kurzer Testlauf, weil jede Charge etwas anders reagiert. Und für Spezialmaterialien, die nicht in der Datenbank stehen, gilt: Bring dein Material einfach mit. In der Werkstatt in Nürnberg testen wir live, ob und wie es sich lasern lässt — bei der Video-Beratung besprechen wir dein Material deutschlandweit.
Materialien lasern: kurz beantwortet.
Welche Materialien kann man lasern?
Welche Materialien darf man nicht lasern?
Kann man Metall mit einem Diodenlaser gravieren?
Kann ein CO2-Laser Metall markieren?
Welcher Laser schneidet Acryl am besten?
Kann man Glas lasern?
Welches Holz eignet sich am besten zum Lasern?
Kann man Kunstleder lasern?
Kann ein Laser Metall schneiden oder schweißen?
Wo finde ich die richtigen Lasereinstellungen für mein Material?
Kann man Stein oder Schiefer gravieren?
Nicht sicher, ob dein Material laserbar ist? Bring es mit.
In der Werkstatt in Nürnberg testen wir dein Material live auf der passenden Maschine — oder wir klären es per Video-Beratung, deutschlandweit und kostenlos.