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Ratgeber · Lasertechnik

CO2- oder Diodenlaser: Was ist der Unterschied?

Kurz gesagt: Ein CO₂-Laser ist der schnellere Allrounder — für Acryl (auch transparent), dickere Materialien und Serienproduktion. Ein Diodenlaser ist kompakter, günstiger und liefert bei Fotogravuren auf Holz oft den kontrastreicheren Schwarzton. Bei tiefen Vektor-Gravuren erreichen beide eine ähnliche Tiefe — die Diode braucht dafür nur mehr Durchgänge.

xTool S1 Diodenlaser
Diode — xTool S1
VS
xTool P3 CO2-Laser
CO₂ — xTool P3
Funktionsweise

Zwei völlig unterschiedliche Lasermedien

Gaslaser

Wie ein CO2-Laser funktioniert

Der Strahl entsteht in einer mit Kohlendioxid-Gasgemisch gefüllten Röhre. Eine elektrische Entladung regt die Gasmoleküle an, Spiegel an den Enden der Röhre verstärken das Licht — es verlässt die Röhre bei einer Wellenlänge um 10.600 nm (fernes Infrarot). Diese Wellenlänge wird von organischen Materialien wie Holz, Acryl, Leder und Papier sehr gut absorbiert, von blankem Metall dagegen größtenteils reflektiert. Leistungsstärkere CO₂-Laser wie der xTool P3 sind wassergekühlt, die Gasröhre selbst ist ein Verschleißteil.

Halbleiterlaser

Wie ein Diodenlaser funktioniert

Der Strahl entsteht direkt in einem Halbleiterchip, ganz ohne Gas oder Röhre — ähnlich wie in einer LED, nur stark gebündelt und kohärent. xTool Diodenlaser wie der S1 oder M2 arbeiten mit blauem Licht bei rund 455 nm. Diese Wellenlänge verhält sich bei der Materialabsorption ähnlich wie CO₂-Licht: gut bei organischen Materialien, schlecht bei blankem Metall. Diodenlaser sind kompakter und haben weniger Verschleißteile als eine Gasröhre mit Wasserkühlung.

Wichtige Unterscheidung

Foto-Gravur vs. Vektor-Gravur: Wo Tiefe wirklich zählt

Ein häufiges Missverständnis: "CO₂ graviert tief, Diode nur oberflächlich." So pauschal stimmt das nicht — es kommt auf die Art der Gravur an.

Bei Fotos (Raster-/Bitmap-Gravuren) arbeiten beide Lasertypen im Normalbetrieb oberflächlich: Die Oberfläche wird eingefärbt bzw. verkohlt, ohne nennenswert Material abzutragen. Das gilt für CO₂ genauso wie für Diode, solange kein spezieller 3D-Relief-Modus verwendet wird.

Bei Vektor-Motiven (Linien, Texte, Konturen) lässt sich mit mehreren Durchgängen (Passes) auch mit einem Diodenlaser eine deutliche Gravurtiefe erreichen. Ein leistungsstärkerer CO₂-Laser schafft eine vergleichbare Tiefe oft in einem einzigen Durchgang — dadurch ist er für tiefe Gravuren in der Regel schneller, nicht grundsätzlich "tiefer".

Im Vergleich

CO2- und Diodenlaser gegenübergestellt

MerkmalDiodenlaserCO2-Laser
Wellenlänge≈ 455 nm, sichtbares blaues Licht≈ 10.600 nm, fernes Infrarot
LasermediumHalbleiterchip (Diode)Gasgemisch in einer Röhre
KühlungKompakt, ohne WasserkühlungAb höherer Leistung wassergekühlt (z. B. xTool P3)
VerschleißteileKeine GasröhreGasröhre als Verschleißteil
Wirkungsgrad*Höher (Halbleiter-Technologie)Niedriger (Gasentladung, Wärmeverluste)
Leistung bei xTool10–40 W (S1), 10/20 W + CMYK (M2), 15 W (F2)55 W (P2S), 80 W (P3)
Max. Geschwindigkeitbis 600 mm/s (S1)bis 600 mm/s (P2S) bzw. 1.200 mm/s (P3)
xTool GeräteS1, M2, F2, F1 Ultra, F2 Ultra (Dual)P2S, P3

* Allgemein anerkannte Laserphysik (Halbleiter- vs. Gasentladungs-Wirkungsgrad) — keine herstellerspezifische Messung für einzelne xTool Geräte.

Was nicht direkt vergleichbar ist: Für reine Metallgravur ohne Spray ist weder Diode noch CO₂ die erste Wahl — dafür gibt es Faserlaser wie den xTool F1 Ultra. Mehr dazu und alle Lasertypen im Überblick im Ratgeber Was ist ein Laser.
Material-Check

Was lässt sich mit welchem Laser bearbeiten?

MaterialDiodenlaserCO2-Laser
HolzGut geeignet, Vektor-Gravuren mit mehreren Durchgängen ebenfalls tief möglich — xTool S1 schneidet Kirschholz bis 18 mmGut geeignet, meist in weniger Durchgängen — xTool P3 schneidet Holz bis 20 mm in einem Durchgang
Acryl, klar/weiß✗ Strahl geht fast ungebremst durch, nicht sauber schneid- oder gravierbar✓ Schmilzt sauber, glänzend polierte Kanten — xTool P3 bis 25 mm in einem Durchgang
Acryl, dunkel/opak✓ Funktioniert — xTool S1 schneidet schwarzes Acryl bis 15 mm✓ Funktioniert
LederGut geeignet, für tiefe Konturen mehrere DurchgängeGut geeignet, meist in einem Durchgang
Metall, beschichtet/eloxiert✓ Zuverlässige Markierung, z. B. eloxiertes AluminiumNur mit Markierspray (Cermark, Thermark)
Metall, blank/poliert✗ Nur eingeschränkt — Wellenlänge wird größtenteils reflektiert, außer mit Markierspray✗ Nicht direkt — nur mit Markierspray
Geschwindigkeit

Wer ist schneller fertig?

In reiner Bewegungsgeschwindigkeit ist der xTool P3 mit bis zu 1.200 mm/s das schnellste Gerät in unserem Programm, gefolgt vom xTool P2S mit bis zu 600 mm/s — genau wie unser Diodenlaser xTool S1, ebenfalls bis 600 mm/s. Der eigentliche Zeitunterschied entsteht aber meist nicht bei der reinen Geschwindigkeit, sondern bei der Anzahl der nötigen Durchgänge: Für eine tiefe Vektor-Gravur oder einen dicken Schnitt braucht ein Diodenlaser in der Regel mehrere Passes, während ein leistungsstärkerer CO₂-Laser dieselbe Tiefe oft in einem Durchgang schafft. In Summe ist ein CO₂-Laser für dicke Materialien und Serienproduktion meist schneller fertig.

Kosten

Was kostet dich welche Technologie?

GerätTypEinstiegspreis
xTool M2Diode + CMYK-Druckab 549 €
xTool S1Diodeab 1.423 €
xTool F2Diode, tragbarab 1.319 €
xTool P2SCO₂, 55 Wab 2.699 €
xTool P3CO₂, 80 Wab 6.236 €

Stand 28.09.2026, Quelle de.xtool.com. Preise ändern sich, aktuelle Werte siehe jeweilige Geräteseite.

Laufende Kosten: Diodenlaser haben strukturell weniger Verschleißteile — kein Gas, keine Röhre, bei kleineren Modellen keine Wasserkühlung. CO₂-Laser mit höherer Leistung wie der xTool P3 sind wassergekühlt, die Gasröhre ist ein Verschleißteil, das irgendwann ersetzt werden muss. Eine pauschale Lebensdauer geben wir bewusst nicht an — das hängt stark von Nutzungsintensität und Wartung ab. Das besprechen wir lieber konkret in der Beratung.
Für wen geeignet

Welcher Lasertyp passt zu deinem Vorhaben?

🔹

Diodenlaser — Einstieg, Fotos, Details

Sinnvoll, wenn du:

  • hauptsächlich Fotogravuren oder detaillierte Muster auf Holz machen willst
  • gewerblich einsteigst und ein geschlossenes Klasse-1-Gerät ohne Laserschutzbeauftragten willst
  • mobil auf Messen und Märkten arbeitest — dafür gibt es den tragbaren xTool F2
  • ein kleineres Budget hast und Wert auf geringen Wartungsaufwand legst
🔸

CO2-Laser — Acryl, Format, Serienproduktion

Sinnvoll, wenn du:

  • regelmäßig Acryl bearbeitest, auch transparentes
  • dickere Materialien in einem Durchgang schneiden willst
  • im Dauerbetrieb oder für Serienproduktion planst — Zeit ist Geld
  • bereit bist, Wasserkühlung und Gasröhre als Teil des Betriebs einzuplanen
Dual-Systeme mit Diode: Wer sowohl Metall als auch Holz oder Acryl bearbeiten will, muss nicht zwingend zwischen reinem CO2- oder Diodenlaser wählen: Der xTool F1 Ultra kombiniert werkseitig Faser- und Diodenlaser in einem Gerät, der xTool F2 Ultra ist optional als Dual-Version mit zusätzlichem 40-W-Diodenlaser erhältlich. Beide decken damit Metall und organische Materialien in einem Gerät ab, statt zwei separate Laser anzuschaffen.
Fazit

Auf einen Blick

Schnellste Bewegung & wenigste DurchgängeCO2-Laser
Transparentes AcrylNur CO2-Laser
Kontrastreiche Foto-Gravur auf HolzOft Diodenlaser
Metallmarkierung ohne BeschichtungBeide nur eingeschränkt
Günstigster EinstiegDiodenlaser
Wenigste VerschleißteileDiodenlaser
Größter Arbeitsbereich bei xToolxTool P3 (CO2)
Häufige Fragen

CO2 vs. Diode — FAQ

Was ist der Hauptunterschied zwischen einem CO2- und einem Diodenlaser?
Das Lasermedium und damit die Wellenlänge. Ein CO₂-Laser erzeugt seinen Strahl in einer gasgefüllten Röhre und arbeitet mit rund 10.600 nm (fernes Infrarot). Ein Diodenlaser erzeugt sein Licht in einem Halbleiterchip und arbeitet mit rund 455 nm (sichtbares blaues Licht). Diese unterschiedliche Wellenlänge entscheidet, wie gut ein Material den Strahl absorbiert.
Kann ein Diodenlaser genauso tief gravieren wie ein CO2-Laser?
Bei Vektor-Motiven (Linien, Texte, Konturen) ja — mit mehreren Durchgängen (Passes) erreicht auch ein Diodenlaser eine deutliche Gravurtiefe. Ein leistungsstärkerer CO₂-Laser schafft dieselbe Tiefe meist in einem einzigen Durchgang und damit schneller. Bei reinen Foto-/Rastergravuren bleibt der Abtrag bei beiden Lasertypen dagegen meist oberflächlich — hier geht es um Kontrast, nicht um Tiefe.
Warum wirken Fotogravuren auf Holz mit Diodenlaser oft kontrastreicher?
Viele Anwender beobachten bei hellem Holz mit einem Diodenlaser tiefschwarze Ergebnisse, während CO₂-Laser eher bräunliche Töne erzeugen. Das hängt mit der unterschiedlichen Wärmeeinbringung der beiden Wellenlängen zusammen. Beide Verfahren funktionieren gut — welcher Kontrast als "besser" empfunden wird, ist auch Geschmackssache.
Welcher Lasertyp eignet sich für Acryl?
Für transparentes und weißes Acryl praktisch nur ein CO₂-Laser — er schmilzt den Rand sauber und poliert-glänzend, unser xTool P3 schneidet Acryl bis 25 mm in einem Durchgang. Ein Diodenlaser lässt den blauen Strahl bei klarem Acryl fast ungebremst durch und kann es weder sauber schneiden noch gravieren. Dunkles, durchgefärbtes Acryl funktioniert dagegen auch mit Diode — der xTool S1 schneidet schwarzes Acryl bis 15 mm.
Kann ein Diodenlaser Metall gravieren?
Direkt auf blankem, poliertem Metall nur eingeschränkt — die Wellenlänge wird größtenteils reflektiert. Beschichtete Metalle wie eloxiertes Aluminium markiert ein Diodenlaser zuverlässig, und mit Markierspray wie Cermark erzeugt auch ein xTool S1 dauerhafte Markierungen auf blankem Edelstahl.
Welcher Lasertyp ist schneller?
In reiner Bewegungsgeschwindigkeit klar der CO₂-Laser: Der xTool P3 schafft bis 1.200 mm/s, der xTool P2S bis 600 mm/s. Unsere Diodenlaser wie der xTool S1 erreichen ebenfalls bis 600 mm/s, brauchen für vergleichbare Gravurtiefe bei Vektor-Motiven aber meist mehrere Durchgänge — in der Summe ist ein CO₂-Laser für tiefe Gravuren und Schnitte in der Regel schneller fertig.
Was kostet ein CO2-Laser im Vergleich zu einem Diodenlaser?
Bei xTool liegen Diodenlaser wie M2 oder S1 im Einstiegssegment, CO₂-Laser wie P2S oder P3 deutlich darüber — aktuelle Preise stehen in der Kostentabelle oben. Bei den Betriebskosten haben Diodenlaser einen strukturellen Vorteil: keine Gasröhre, bei kleineren Modellen keine Wasserkühlung. CO₂-Laser mit höherer Leistung sind wassergekühlt, die Gasröhre ist ein Verschleißteil — eine pauschale Lebensdauer geben wir bewusst nicht an, das hängt stark von der Nutzung ab.
Welche xTool Geräte sind Diodenlaser, welche CO2-Laser?
Diodenlaser: xTool S1, xTool M2 und der tragbare xTool F2. CO₂-Laser: xTool P2S (55 W) und xTool P3 (80 W). Daneben gibt es noch Faserlaser für Metall — xTool F1 Ultra (werkseitig fest mit Diodenlaser kombiniert) und F2 Ultra (optional als Dual-Version mit zusätzlichem 40-W-Diodenlaser) — sowie einen UV-Laser (F2 Ultra UV) für empfindliche Materialien — alle Modelle im Detail im Laser-Vergleich.
Muss ich mich für einen der beiden entscheiden, oder kann ich kombinieren?
Viele Werkstätten setzen langfristig beide Technologien ein: einen Diodenlaser für Fotogravuren auf Holz, detailreiche Vektor-Arbeiten und den kompakten Einstieg, später einen CO₂-Laser für Acryl, dickere Materialien oder Serienproduktion. Welcher Lasertyp für deinen konkreten Fall zuerst sinnvoll ist, klären wir kostenlos im Laser-Berater oder im persönlichen Gespräch.

Noch unsicher, welcher Laser zu dir passt?

Im Laser-Berater beantwortest du wenige Fragen zu Material, Format und Budget — und bekommst passende xTool Modelle vorgeschlagen. Oder wir klären es direkt in der kostenlosen Beratung, vor Ort in Nürnberg oder per Video.